Literarische Quellen, Ausgrabungsfunde, erhaltene Kunstschätze, Reliefs, Münzen und Bilder bezeugen, dass Perlen bereits in frühester Zeit in vielfältiger Weise von Männern und Frauen als Schmuck benutzt und getragen wurden.
Die Perle ein göttliches Geschenk, ein köngliches Geschenk.
Während der Blütezeit des römischen Reiches wurden Perlen zu einem der begehrtesten Handelsgüter
Aus allen damals bekannten Fundstellen strömte das kostbare Gut nach Rom Die mächtigen und reichen Römer waren unübertroffen im verschwenderischen zur Schau stellen von Perlen und Perlenschmuck. Plinius gibt in seiner Kulturgeschichte dafür viele anschauliche Beispiele und äußert auch sein Missfallen über die Verschwendungssucht.
Der von den Römern zur Schau gestellte Reichtum und Luxus nahm solche Ausmaße an, dass man den Bürgern schließlich gesetzlich Beschränkungen auferlegte.
Darin wurde auch festgelegt, wie viele Perlen eine Person gleichzeitig tragen durfte.
Im Mittelalter ging die Bedeutung der Perle als Schmuck für Privatpersonen stark zurück Christliche Lehre und Moralvorstellung forderten den Verzicht auf persönlichen Luxus und Eitelkeiten. Doch Wertschätzung und Symbolgehalt der Perle wird keineswegs abgeschwächt. Im Gegenteil:
Die Perle wird zum christlichen Symbol für die Reinheit der Jungfrau Maria und die Liebe Gottes und Jesus Christus.
Perlen finden jetzt vorrangig Verwendung in der sakralen Goldschmiedekunst - auf Mariendarstellungen, auf Reliquiengefäßen, Kelchen, Bibeln, Kreuzen, Kirchengewändern, Altären, sowie Perlstickereien auf Messgewändern, Bischofsmützen, Altarbehängen.
Im 15. und besonders im 16. Jahrhundert erlebten Perlen und Perlenschmuck einen neuen Höhepunkt der Wertschätzung.
Perlen aus dem neuen Kontinent
Einer der Gründe für diese Besteisterung war, dass der von Christoph Kolumbus entdeckte neue Kontinent reich an Naturperlen war. In den Seen und Flüssen Nordamerikas gab es eine Vielfalt phantastischer Süßwasserperlen. Man entdeckte dort 300 verschiedene perlbildende Mollusken. Im Vergleich dazu zählte man in Europa nur etwa 10 Süßwasser Muschelarten. Die Küsten von Panama und Venezuela bargen exquisite Salzwasserperlen. Es dauerte nicht lange und Perlen wurden an den Höfen der europäischen Könige zu den begehrtesten Juwelen. Perlen und Perlenschmuck erlebten eine neue Blütezeit.
Königin Elisabeth - eine leidenschaftliche Perlenliebhaberin
Von allen Königinnen war Elisabeth I (1533 - 1603) die wohl leidenschaftlichste Anhängerin von Perlen. Gemälde zeigen sie meist mit mehreren Perlenketten verschiedener Längen. Einige reichten bis zu Ihren Knien. Sie soll 3000 perlenbestickte Roben besessen haben. Aber mittlerweile gab es in Europa auch eine Schicht wohlhabender Bürger, die Ihren Reichtum gerne zur Schau stellten und üppigen Perlenschmuck trugen.