Naturperlen

Entstehung der Naturperle

Abalone-Schale Abalone-Schale: Abalone ist eine Meeresschnecke, die natürlich Perlen erzeugen kann

Bei der Untersuchung von Naturperlen, hat man festgestellt, dass innen häufig winzige Rückstände von kleinen Larven und anderen Eindringlingen zu finden sind. Daraus schloss man, dass die Entstehung der Perle durch eine Abwehrreaktion der Perlmuschel hervorgerufen wird. Man glaubte, das die Muschel den Eindringling – sofern es ihr nicht gelang, ihn wieder nach außen zu befördern – mit Perlmutt umgibt und auf diese Weise isoliert und unschädlich macht.

Der Zoologe Friedrich Alverdes konnte in Versuchen 1912/13 nachweisen, das für die Bildung der Perle nicht der Eindringling sondern vielmehr die Entstehung eines Perlsackes verantwortlich ist.

Muschelschale besteht aus drei verschiedenen Schichten

Um das zu erklären müssen wir uns zunächst einmal den Aufbau der Muschelschale vergegenwärtigen. Die Muschelschale besteht aus drei verschiedenen Schichten, von denen die innerste die Perlmuttschicht ist, die sich durch Irrisieren und Glanz auszeichnet, den wir bei den Perlen so lieben und dort als Lüster bezeichnen. Für das Wachstum der Muschelschale sind Epithelzellen in der äußeren Schicht des Muschelmantels verantwortlich. Diese Epithelzellen liegen in einer Schicht unmittelbar hinter der Muschelschale, produzieren Perlmutt und fördern so das Wachstum der Muschelschale.

Nautilus-Schale Nautilus-Schale von einem Kopffüßer, der in seltenen Fällen Perlen erzeugen kann

Untersuchungen zeigen, dass Perlen in Muscheln immer umschlossen sind von einer sackförmigen Schicht aus eben diesen Perlmutt produzierenden Epithelzellen. Man geht davon aus, dass durch Störfälle im Leben der Muschel - etwa das Eindringen kleiner Fremdkörper - die äußere Epithelschicht des Muschelmantels verletzt wird, so dass einzelne dieser Perlmutt produzierenden Zellen ins Bindegewebe im Inneren der Muschel gedrückt und verschoben werden. Im Inneren der Muschel vermehren die Zellen sich und bilden ein sackförmiges Zellgewebe, den so genannten Perlensack.

Perlen entstehen in der Natur extrem selten und noch seltener kommen dabei runde, vollkommene Perlen vor

Die Zellen erfüllen, soweit sie nicht beschädigt wurden immer noch ihre ursprüngliche Funktion und scheiden unverändert Perlmutt aus. Dieses Perlmutt wird abgesondert in das Innere des Sackes und bildet dort in immer neuen konzentrischen Schichten langsam eine Perle. Dieser Vorgang kommt in der Natur extrem selten vor und noch seltener entsteht dabei eine schöne, vollkommene Perle, die dann vom Menschen unter Tausenden von Muscheln auch noch gefunden und geborgen werden muss.

Dies erklärt, warum so eine Perle für den Normalbürger kaum erschwinglich war und ist.

Aufbau der Naturperle

Die Perlmuttschicht der Perle können wir uns vorstellen, wie den Aufbau einer Zwiebel. Allerdings sind die verschiedenen Häute aus kleinen 6-eckigen Plättchen zusammengesetzt, den so genannten Argonitkristallen. Diese überlappen sich gegenseitig.

Im Mikroskop kann man deutlich Höhenunterschiede zwischen den Kristallen der äußeren Schicht erkennen. Wenn wir 2 Perlen aneinander reiben, so spüren wir auch, dass die Oberfläche nicht glatt ist. Es fühlt sich an, als ob die Perle mit winzigen Sandpartikeln besetzt ist.

Dies ist übrigens ein einfacher erster Test, wenn wir prüfen wollen, ob uns eine Imitationsperle oder eine in der Muschel gewachsene Perle vorliegt.