Mabé-Perlen und Keshi-Perlen: Faszinierende Raritäten der Perlenzucht
Mabé-Zuchtperlen: Die elegante und preisgünstige Alternative
Mabé-Zuchtperlen (oft auch Mabe-Perlen geschrieben) erfreuen sich in der Schmuckwelt großer Beliebtheit. Sie bieten eine edle Optik zu einem attraktiven Preis. Im Gegensatz zu klassischen, runden Zuchtperlen handelt es sich hierbei um sogenannte Zuchtschalenperlen. Das bedeutet, dass sie direkt auf der Innenseite der Muschelschale heranwachsen. Wenn Sie diesen besonderen Perlenschmuck kaufen möchten, erhalten Sie ein faszinierendes Designobjekt.
Wie entstehen Mabé-Perlen?
- Für die Zucht werden hauptsächlich zwei Muschelarten verwendet: die markante Mabé-Muschel (Pteria penguin) oder die große Südsee-Muschel (Pinctada maxima).
- Der Züchter klebt einen glatten Halbkern (oft in Form einer Halbkugel) auf die Innenseite der Muschelschale.
- Die Muschel überzieht diesen Fremdkörper nach und nach mit feinsten, glänzenden Perlmuttschichten.
- Da der Kern fest an der Schale sitzt, wächst die Perle nur einseitig zu einer Halbkugel heran.

Die zwei Methoden der Ernte und Weiterverarbeitung
Je nach gewünschtem Design für den späteren Perlenschmuck unterscheidet man zwei Verarbeitungsmethoden:
- Blister-Perlen (Blister Pearls): Die Perle wird zusammen mit einem kleinen Stück der umgebenden Muschelschale herausgeschnitten. Diese Variante wird oft direkt als rustikaler, kunstvoller Perlenanhänger gefasst.
- Klassische Mabé-Perlen: Meistens wird nur die Perle mit ihrer Perlmuttschicht herausgeschnitten. Der ursprüngliche Zucht-Halbkern wird anschließend entfernt, da er nicht mit dem Perlmutt verwächst. Der entstandene Hohlraum wird stabilisierend mit speziellem Kunstharz gefüllt und an der flachen Unterseite mit einer glatten Perlmuttschicht bündig versiegelt.
Durch diese Zusammensetzung lassen sich wunderschöne, perfekt symmetrische Formen gestalten. Neben der klassischen Halbkugel sind Mabé-Perlen auch in Herzform, Tropfenform oder als elegantes Oval erhältlich und eignen sich hervorragend für exklusive Perlenohrstecker.
Keshi-Perlen: Einzigartige, kernlose Naturwunder
Der Name „Keshi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt „Mohnsamen“ oder „ganz kleines Teilchen“. Der Name ist Programm, denn echte Keshi-Perlen entstehen ohne einen vom Menschen eingepflanzten Perlmuttkern. Sie sind ein faszinierendes Nebenprodukt der klassischen Perlenzucht.
Man unterscheidet in der Schmuckbranche zwei Hauptarten von echten Meerwasser-Keshis:
1. Akoya-Keshis
Diese winzigen Salzwasserperlen entstehen rein zufällig während der Zucht von Akoyaperlen. Wenn sich beim Einsetzen des runden Kerns einzelne Zellen des Spendergewebes (Mantelgewebe) ablösen und an eine andere Stelle im Weichkörper der Muschel geschwemmt werden, beginnt die Auster auch dort mit der Perlmuttproduktion.
- Größe: Meistens sehr klein, oft nur so groß wie ein Stecknadelkopf (ca. 2 mm).
- Form: Individuell barock, unregelmäßig und einzigartig.
- Lüster: Sie zeichnen sich durch einen außergewöhnlich intensiven, silbrigen Glanz aus und wachsen im kalten Wintermeer Japans heran.
2. Südsee- und Tahiti-Keshis
Südsee-Keshis entstehen in den großen Südsee- oder Tahitiperlen-Zuchtmuscheln. Manchmal bilden sie sich rein zufällig, wenn die Muschel den implantierten Kern abstößt, das Gewebe aber in der Muschel verbleibt und weiterhin Perlmutt produziert. Gelegentlich provozieren Züchter diese Entstehung auch bewusst durch das gezielte Einbringen von feinsten Gewebeteilen.
- Größe: Mit durchschnittlich 9 bis 12 mm deutlich größer als Akoya-Keshis.
- Form und Farbe: Sie wachsen in ausdrucksstarken, barocken Formen heran. Ihre Farben spiegeln die gesamte Palette der Südseeperlen und Tahitiperlen wider – von strahlendem Weiß und hellem Gold bis hin zu Anthrazit- und Grüntönen. Sie verleihen einem individuellen Perlenarmband einen unverwechselbaren Charakter.
Wichtige Namensregel: Keine „Süßwasser-Keshis“
Seit 1980 ist international offiziell festgelegt, dass die Bezeichnung Keshi-Perle ausschließlich für Perlen aus Meerwasser-Zuchtmuscheln verwendet werden darf.
Zwar bezeichnen Produzenten in China kernlose Süßwasserperlen fälschlicherweise manchmal als „Süßwasser-Keshis“, gemmologisch ist dies jedoch nicht korrekt. Diese Perlen entstehen im Süßwasser oft bei einer zweiten Ernte („einem zweiten Leben“ der Muschel), wenn die vorsichtig geerntete Muschel ohne weitere Eingriffe zurück ins Wasser gesetzt wird und in dem noch vorhandenen Perlsack erneut Perlmutt produziert.
Auf perlenforum.de legen wir großen Wert auf diese fachlich korrekte Deklaration, um Ihnen bei jedem Einkauf von echtem Perlenschmuck höchste Transparenz und kompromisslose Qualität zu garantieren.